Krisen erfolgreich meistern

Krisen im Ausland erfolgreich meistern

Als Familie im Ausland Krisen erfolgreich meistern

Wenn Familien sich gemeinsam entscheiden für eine Zeitlang ins Ausland zu gehen, erscheint das für alle meist wie ein großes Abenteuer. Und auch wenn es im Vorfeld vieles zu bedenken und zu organisieren gibt, bleibt eine große Vorfreude und Neugier auf das Kommende.

In solch einer Phase machen sich die wenigsten Familien Gedanken über Krisen oder Notlagen und das ist auch gut so. Denn das Positive überwiegt und lässt sie keine Aufmerksamkeit auf (mögliche) Probleme richten.

Doch Probleme und Krisen können an jedem Ort der Welt entstehen. Es können kleinere, alltägliche Herausforderungen sein, die langsam wachsen und irgendwann als problematisch erlebt werden. Es kann aber auch sein, dass in Deutschland bereits überwundene Probleme wieder auftreten und sich im Kontext des unbekannten Landes als schwerer überwindbar zeigen. Oder es entstehen gänzlich neue Herausforderungen, die sich aufgrund der unbekannten Kultur oder der großen Umstellung im Gastland ergeben.Wie zeigen sich Anpassungsschwierigkeiten

Das nach meiner Erfahrung am häufigsten vorkommende Phänomen sind Anpassungsschwierigkeiten, die zum Zeitpunkt des Auftretens nicht genug beachtet werden und sich dann ausweiten können. Hat ein Kind zum Beispiel im neuen Land Schwierigkeiten sich im Kindergarten oder der Schule einzugewöhnen, ist es wichtig frühe Anzeichen zu erkennen, ernst zu nehmen und möglichst bald nach Lösungen zu suchen. Auch wenn Kinder in der Regel sehr anpassungsfähig sind und in den meisten Familien die Eingewöhnung im neuen Kindergarten oder der Schule glatt läuft, kommt es doch vor, dass Kinder sich auch mal schwer damit tun. Manchmal zeigen Kinder sehr offen ihre Sorgen, zum Beispiel, wenn sie beim Abschied weinen und sich anklammern. Manche Kinder entwickeln morgens öfter Bauchweh oder andere Krankheitssymptome. Und andere Kinder haben nachmittags häufiger Wutanfälle, obwohl im Kindergarten alles gut zu sein scheint.

Bei Schulkindern kann sich Überforderung in der Schule in Rückzug oder auch in verändertem Verhalten zeigen. Manche Kinder werden ganz still und mögen gar nichts mehr erzählen. Andere sind viel sensibler als sonst und neigen dazu öfter traurig zu sein oder gar zu weinen. Manche suchen häufiger die Nähe ihrer Eltern, auch nachts, obwohl sie zuvor immer allein im Bett geschlafen haben.

In allen beschriebenen Fällen empfehle ich Eltern immer, dass sie auf ihr Gefühl, auf ihre Intuition hören sollen. Denn Eltern kennen ihr Kind am allerbesten und erkennen eine Wesensveränderung schnell. Wenn Sie den Eindruck haben, dass sich Ihr Kind von Ihnen entfremdet oder Sie sich übermäßig Sorgen machen, suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Kind, bieten Sie ein offenes Ohr und Ihre Fürsorge an. Manches Mal brauchen Kinder eine Weile, um sich auszudrücken und herauszufinden, was los ist. Seien Sie dann geduldig und wohlwollend mit Ihrem Kind!

Einfühlungsvermögen der Eltern ist gefragt

Ein Umzug in ein fremdes Land ist eine große Herausforderung und die Anpassungsleistung ist enorm. Nicht alle Kinder und Jugendlichen schaffen das mit Links, aber mit Geduld und Empathie von Seiten der Eltern, der Erzieher:innen oder der Schule, kann es gut gelingen, Kinder aus einer vorübergehenden Krise heraus zu begleiten. Falls es für Sie als Eltern zu belastend sein sollte und Sie vielleicht Zweifel darüber bekommen, ob die Entsendung eine gute Idee war, können Sie sich Rat suchen. Manchmal bieten Beratungslehrer:innen, Schulpsycholog:innen oder auch Sozialpädagog:innen an den Schulen auch Hilfe für Eltern an. Alternativ können Sie sich an erfahrene Kinder- und Jugendcoachs wenden, die sich mit sogenannten Third Culture Kids (TCK) auskennen. TCK sind Kinder, die die meiste Zeit ihrer Entwicklungsjahre im Ausland verbringen und in dieser Zeit meist an mehreren Orten leben und unterschiedliche Sprachen lernen.

Ruhe bewahren bei grösseren Krisen

Manchmal entwickeln sich Anpassungsprobleme zu größeren Krisen. Dies kann eine Vielzahl von Gründen haben und ist meist nicht klar herauszufinden. Kinder in der Entwicklung machen viele Phasen durch, sie entwickeln sich körperlich und kognitiv ständig weiter und auch die psychische Entwicklung spielt eine wichtige Rolle. Kommen mehrere Entwicklungsaufgaben zusammen und finden diese dann auch noch parallel zu einem Auslandsaufenthalt statt, kann es sein, dass ein Kind in eine größere Krise gerät. Dies kann sich zum Beispiel darin zeigen, dass Kinder sich stark zurückziehen, sich isolieren, vielleicht sogar überängstlich wirken. Manche Kinder beginnen psychische Symptome zu zeigen, wie beispielsweise starke Schlafstörungen oder Einnässen. Auch bei zwanghaftem Verhalten sollten Eltern aufmerksam werden, denn solche Verhaltensweisen deuten oft auf größere innere Unsicherheiten hin, die durch den Zwang im Außen „kontrolliert“ werden sollen. Auch bei sich veränderndem Essverhalten oder länger andauernden depressiven Verstimmungen, ist es gut die Kinder und Jugendlichen einfühlsam anzusprechen und gemeinsame nach Lösungswegen zu suchen.

Äußere Umstände haben großen Einfluss auf die Kinder

Insgesamt haben die weltweiten Covid-Massnahmen die Anzahl psychischer Symptome bei Kindern und Jugendlichen hoch ansteigen lassen. Es ist wichtig, die sozialen, politischen und gesellschaftlichen Umstände und deren Einfluss auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu berücksichtigen. Nach meiner Erfahrung reagieren Kinder oft sehr gesund und normal auf schlechte, nicht kindergerechte, äußere Umstände. Als Eltern ist es wichtig, dies im Blick zu haben, damit die Kinder aus der alleinigen „Verantwortung“ für ihre Symptome entlassen werden können und sie eine realistische Einschätzung ihrer vermeintlich „kranken“ Reaktionen erhalten. Dies gemeinsam zu erarbeiten kann auch Teil eines psychotherapeutisch begleiteten Prozesses sein. In meiner Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist es mir immer besonders wichtig, die jungen Menschen in ihrer eigenen Wahrnehmungsfähigkeit zu bestärken. Ein weiteres wichtiges Element ist es, an den Ressourcen anzusetzen und den Blick (wieder) auf das zu richten, was alles gut klappt. Manchmal gehört dazu aber im ersten Schritt, das Anerkennen und die Annahme, dass etwas gerade richtig mies ist. Darüber traurig oder wütend sein zu dürfen, kann ein wichtiger Schritt zu mehr Akzeptanz sein. Anzuerkennen, dass etwas schwer oder auch krisenhaft ist, ermöglicht im nächsten Schritt die Annahme von Hilfe und Unterstützung.

Hilfe in der eigenen Sprache

Besonders in psychischen Krisen ist es wichtig Hilfe in der Muttersprache zu erhalten. Wenn es uns nicht gut geht, sind wir umso mehr darauf angewiesen, dass unser Gegenüber unsere Mimik und Gestik gut interpretieren kann. Es ist wichtig, dass wir uns gut verständigen können, wir die richtigen Worte für den Ausdruck unserer Emotionen finden und dass der andere empathisch auf uns eingeht. In anderen Ländern, vor allem im außereuropäischen Ausland, sind die kulturellen Unterschiede oft so groß, dass das Verständnis und der Umgang mit seelischer Not, sehr unterschiedlich sind. Gerade dann bietet sich eine fundierte Online-Beratung in deutscher Sprache an.

Sollten Sie sich in einer für Ihre Familie schwierigen Situation befinden oder sich nicht sicher sein, ob Sie externe Hilfe benötigen, melden Sie sich gerne bei mir, dann finden wir einen Termin für eine Psychotherapeutische Sprechstunde und erörtern gemeinsam, wie Ihnen am besten geholfen werden kann.

Wenn Sie bei Ihrem Kind eine akute psychische Gefahr befürchten oder sich mit dem Verhalten Ihres Kindes stark überfordert fühlen, zögern Sie nicht, sich umgehend klinische Hilfe vor Ort zu suchen. Besser Sie fahren einmal zu viel in eine Klinik und werden dort entlastet, als dass Sie sich später Vorwürfe machen. Im Nachgang einer akuten Krise können Sie sich immer noch beratende Online-Hilfe bei mir holen. Oder ich suche mit Ihnen gemeinsam nach passenden Lösungsmöglichkeiten vor Ort. Zögern Sie nicht mit mir Kontakt aufzunehmen – ich helfe Ihnen gern!

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